Sieben Tage Leben auf einem Schloss

Vom 1. November bis 7. November 2025 verbrachten wir, 19 Kinder und Jugendliche und 4 erwachsene Betreuer,  eine Singwoche in Vorra auf einem Schloss.

Als ich zum ersten mal in diesem Ort ankam, war ich total fasziniert von der wunderbaren Umgebung rund um das Schloss. Ein großes Parkgelände mit bunten Bäumen, Sträuchern und einem Teich mit einem kleinen Bach, Wiesen, Bänke, Fußballtore, Volleyballnetz und kleine Versteckecken konnte ich entdecken.

In dem großen Haus empfangen mich am Eingang viele Schuhe, ordentlich in Regale gestellt und in der Eingangshalle viele Kinder und Jugendliche mit ihren Eltern, welche ihre Kinder und Jugendlichen aus verschiedenen Orten Bayerns nach Vorra gebracht hatten. Ich sah ein fröhliches Wiedersehen von Kindern, welche im letzten Jahr schon dort waren und Kindern, welche noch schüchtern die Gruppe beobachteten. Als die Eltern wieder fort waren, wurden die „Neuen“ mit in ihre Mitte aufgenommen und ihnen ihre Zimmer gezeigt. Es war ein herzliches Verhältnis  untereinander von Anfang an.

Das Haus war sehr Kinder-und jugendfreundlich eingerichtet. Auf jeder Etage gab es Spiel- und Leseecken mit gemütlichen Sofas zum „lümmeln“. Spiele und Bücher waren vorhanden.

SINGEN – SPORT – KREATIVES GESTALTEN – YOGA – FREIZEIT – AUSFLUG UND WANDERUNG – SINGEN

Diese Angebote begleiteten uns die Tage auf dem Schloss und Umgebung.

Im Mittelpunkt stand das Weihnachtsmusical „Die guten Wirte von Bethlehem“ oder  „Schalt dein Hirn ein, mach dein Herz auf“ komponiert und getextet von KMD Andreas Hantke. Für alle war dies etwas ganz besonderes, dass der Komponist  eines seiner Musicals und auch seine eigenen Lieder für Kinder und Jugendliche vorgestellt und eingeübt hatte. Seine Musik berührt  das Herz. Die Texte beinhalten tiefsinnige und gute Gedanken, welche Kinder sehr gut verstehen und umsetzen können, umrahmt mit einer kleinen Prise Humor.  Auf den Treppen (große Wendeltreppen im Schloss) hörten wir in den Pausen immer wieder kurze Melodien, von den Kindern gesungen.

Ein großer Dank geht vor allen an Sonja Modén, die Vorsitzende des Fördervereins meiner ehemaligen Singschule, welche mit unglaublichen Einsatz und wunderbaren Ideen diese Singfreizeit vorbereitet und organisiert hat. Ihre Kreativangebote waren total auf das Thema  des Musicals eingebunden. Die Kinder und Jugendlichen bemalten weiße Hoodies mit einem Logo von dem Musical, jeder in seinen Lieblingsfarben; gestalteten Notentaschen; bemalten Holzweihnachtsschmuck zum anhängen und fertigten mit Logo einen Glasleuchter.

Johanna Schimak, die Mutter von einem ehemaligen Singschulkind von mir, hat die Gruppe am Morgen mit Sport „fit“ gemacht. Sie studierte mit den Kindern auch eine Choreographie ein, welche alle zum Abschlusskonzert den Eltern vorgeführt hatten. In der Mittagszeit hat sie mit einigen Kindern und Jugendlichen Yogaübungen durchgeführt, es war eine angenehme Ruhe in dem großen Saal. Am letzten Abend sammelte sie mit der Gruppe Holz, die Jungen waren bei dieser Aufgabe sehr aktiv. Sie übernahm das „Feuerzünden, Bewachen, Grillen der Würste und das Aufräumen der Feuerstellen. Von Anfang bis zum Ende war sie an diesem Abend draußen.

Und was tat ich? Ich hatte Zeit mit den Kindern und Jugendlichen, erzählen, zuhören für kleine Sorgen und Probleme, ins Bett bringen und gute Nacht sagen. Ich habe Solostimmen für das Musical einstudiert und dabei  die einzelne Stimme der Sängerinnen und Sänger kennengelernt. Mir ist dabei aufgefallen, dass viele Kinder sehr hoch singen können, was aber selten geübt wird in den Chören der Kinder und Jugendlichen. Ein kleiner 7 jähriger Junge hat einen Stimmumfang von kleinen f bis zum Pfeifregister 3 gestrichenen E. In unseren Chören wird kaum noch „hoch“ gesungen oder geübt mit spezifischer Stimmbildung, darum haben es Knabenchöre oder auch jetzt Mädchenchöre schwer, Nachwuchs zu finden.

Ich war sehr dankbar für diese guten und schönen Tage in Vorra.

Die Kinder- und Jugendlichen waren wunderbar. Ich war sehr glücklich, mit diesen begabten und freundlichen Kindern und Jugendlichen ein paar Tage zusammen zu sein.

KMD Elisabeth Kaiser, Dekanatskantorin i. R.