Bayerische Landesjugendkantorei startet in Augsburg
Das erste Probenwochenende der Bayerischen Landesjugendkantorei vom 6. bis 8. Februar 2026 in Augsburg war ein voller Erfolg und ein unvergessliches Erlebnis für alle Beteiligten. Unter der Leitung von Johannes Eppelein (künstlerische Leitung), unterstützt von Christiane Thamm (Assistenz) und Corinne Achermann (Stimmbildung), trafen sich 26 hochmotivierte Sänger:innen im Alter von 15 bis 24 Jahren zu einer ersten Arbeitsphase.
Alle hatten sich gemeinsam mit über 60 anderen Bewerber:innen einem anspruchsvollen Vorsingen im Oktober 2025 bzw. Januar 2026 gestellt und für das Mitsingen in dem überregionalen Auswahlensemble qualifiziert. Sie trafen nun zum ersten Mal für drei Tage aufeinander und erlebten die einmalige Atmosphäre, wenn außergewöhnlich talentierte junge Menschen miteinander musizieren.
Die Chormitglieder kommen aus ganz Bayern, unter anderem aus Erlangen, Nürnberg, Wunsiedel, Deggendorf, Nördlingen, Augsburg, Kempten, München und Rosenheim. Gerade rechtzeitig zum Gründungswochenende wurden auch noch ausreichend Männerstimmen gefunden, sodass an bis zu achtstimmiger A-cappella-Literatur gearbeitet werden konnte. Mit beeindruckendem musikalischen Können, verlässlicher individueller Vorbereitung und hohem Engagement stiegen die Teilnehmer:innen von der ersten Minute an voller Energie in die Proben ein. Mit einer Vielzahl an Methoden wurde versucht die Mitglieder individuell und als Gruppe bestmöglich zu fördern und zu fordern. Während der Proben wurde u.a. mit verschiedenen Choraufstellungen experimentiert, daneben erhielt jedes Mitglied aber auch ein stimmliches Einzelcoaching, um sich individuell persönlich zu verbessern.
Neben der intensiven Probenarbeit stand bei der ersten Arbeitsphase auch das gegenseitige Kennenlernen im Mittelpunkt. Mit verschiedenen Spielen, u.a. der Aufgabe, in mehreren Teams aus einfachsten Materialien eine tragfähige Brücke zu basteln, und einer spannenden Stadtralley durch die Augsburger Altstadt wuchsen die Teilnehmer:innen schnell zu einer Gemeinschaft zusammen. Besonders die Aufgabe, spontan ein Lutherlied in der Fußgängerzone zu singen und zu filmen, schweißte die Teams zusammen und setzte kreative Energie frei. Am Abend wurden gemeinsam alle entstandenen Videos und Bilder gesichtet und ein Siegerteam gekürt, das mit Landesjugendkantorei-Trinkflaschen belohnt wurde. Es war beeindruckend, wie schnell die Mitglieder menschlich und musikalisch zusammenfanden. Schon nach weniger als 48 Stunden wirkte es, als würden sich alle bereits viel länger kennen – ein starker Beweis für die besondere, inspirierende Atmosphäre der Bayerischen Landesjugendkantorei.
Bereits am Sonntag, 8. Februar, stand als Highlight der Arbeitsphase der erste öffentliche Auftritt an: Unter dem Titel „Wer Ohren hat zu hören…“ gestalteten die Sänger:innen den Gottesdienst in St. Anna Augsburg musikalisch. Es erklang vor allem zeitgenössische, teils virtuos-mitreißend, teils innig-ruhige Chormusik aus Deutschland, Skandinavien und den USA, ergänzt durch liturgische Stücke aus der Feder von Johannes Eppelein. Pfarrer Benjamin Lorenz gestaltete die Liturgie mit einer euphorisch-kämpferischen Predigt: Ein flammendes Plädoyer für die Bedeutung der Kirchenmusik, die auch in Zeiten von kirchlichen Sparzwängen, gerade mit derartigen Neuaufbrüchen wie der Gründung der Landesjugendkantorei Mut machen und Hoffnung schenken könne.
Nicht weniger begeistert und stolz fiel das Grußwort von Kirchenrat Wolfgang Böhm, Referent für Gottesdienst und Kirchenmusik der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, an die Landesjugendkantorei aus. Böhm, der als Ehrengast zum Gottesdienst gekommen war, zählt zu den frühesten Anhängern von Eppeleins Idee einer Landesjugendkantorei. Daher ist der erste Auftritt der Landesjugendkantorei nach 20-monatiger Planungsphase auch seinem Engagement für die Finanzierung des jungen Ensembles durch die Evang.-Luth. Kirche in Bayern zu verdanken. Auch in Zeiten schwindender finanzieller Ressourcen, sei laut Böhm der Aufbau der Landesjugendkantorei die „beste Investition in die Zukunft der Kirche“.
Die Gottesdienstbesucher:innen waren nach dieser ersten Hörprobe der Landesjugendkantorei von der anrührend leidenschaftlichen Ausstrahlung der jungen Menschen begeistert. Besonders im Ohr blieben auch der homogene, helle Klang der jungen Stimmen, die beeindruckende Flexibilität in Dynamik, Ausdruck und Phrasierung, die klare und verständliche Artikulation sowie die hervorragende Intonation – und das nach einem so kurzfristigem Probenvorlauf von nur zwei Tagen.
Die Vorfreude auf die nächste Arbeitsphase vom 8. bis 10. Mai 2026 in Nürnberg ist bei den Chormitgliedern wie beim Leitungsteam schon jetzt riesig. Den Höhepunkt und Abschluss dieses Wochenendes bildet ein erstes Konzert der Bayerischen Landesjugendkantorei am Sonntag, 10. Mai, um 16 Uhr in der Reformationsgedächtniskirche Nürnberg unter dem Titel „Jubilate Deo“. Werke von H. Schütz, J. S. Bach, F. Mendelssohn Bartholdy, M. Reger, S. Dobrogosz, M. Nagel, E. Esenvalds, P. Anglea und weiteren Komponist:innen versprechen ein bewegendes Chorkonzert.
Junge Sänger:innen zwischen 15 und 25 Jahren mit musikalischer Vorbildung, die fürs Chorsingen auf hohem Niveau brennen, können sich weiterhin für die Aufnahme in die Bayerische Landesjugendkantorei bewerben. Ein Einstieg ist nach erfolgreichem Vorsingen bereits zur nächsten Arbeitsphase vom 8. bis 10. Mai in Nürnberg möglich – ein einmaliges Erlebnis wartet!








